Autoimmunkrankheiten - eine ganzheitliche Sicht
- Anja Dittmann
- 22. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Autoimmunkrankheiten sind komplexe Erkrankungen, bei denen unser Immunsystem irrtümlicherweise eigene Zellen angreift (Friendly Fire).
In Deutschland litten 2018 etwa 2,9 Millionen Menschen an einer Autoimmunerkrankung, was einem Anstieg von etwa 500.000 Patienten im Vergleich zu früheren Jahren entspricht.
Frauen machen laut Schätzungen rund 78 % der Fälle von Autoimmunerkrankungen aus, was auf hormonelle, genetische und umweltbedingte Faktoren zurückgeführt werden kann. Besonders die rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose weisen eine besonders erhöhte Prävalenzen auf. Zum Beispiel hat sich laut einer Studie im deutschen Gesundheitswesen die Zahl der Diagnosen rheumatoider Arthritis von ca. 79.000 im Jahr 2005 auf ca. 145.000 im Jahr 2020 fast verdoppelt.

Die Ursachen sind vielfältig und oft miteinander verbunden.
1. Zellstress und Freie Radikale
Der Begriff „Friendly Fire“ beschreibt den Zustand, in dem das Immunsystem aufgrund von Überlastung, Zellstress und der Anwesenheit freier Radikale überreagiert. Diese aggressiven Moleküle schädigen Zellen und führen zu entzündlichen Prozessen, die Autoimmunreaktionen auslösen können.
2. Immunnebel
Viele Menschen erleben einen Zustand, den man als „Immunnebel“ bezeichnet. Hierbei kommt es zu einer unspezifischen Aktivierung des Immunsystems, die die körpereigenen Abwehrmechanismen in Unordnung bringt. Chronischer Stress oder Schlafmangel können diesen Zustand verstärken und zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen.
3. Chronische Trigger
Alles, was das Immunsystem in eine proentzündliche oder allergische Richtung lenkt, kann zu einer chronischen Aktivierung führen. Dazu gehören Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Umweltgifte und Entzündungen. Diese Trigger sind häufig verantwortlich dafür, dass das Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät.
4. Ähnliche molekulare Strukturen
Ein weiteres Problem ist die Ähnlichkeit von molekularen Strukturen zwischen Erregern und körpereigenen Zellen. Dieses molekulare Mimicry kann dazu führen, dass das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Zellen als fremd erkennt und diese angreift.
5. Leaky Gut und Fäulniskeime
Ein „Löchriger Darm“ kann dazu führen, dass unverdaute Nahrungsmittel und Fäulniskeime in den Blutkreislauf gelangen. Dies provoziert eine Immunantwort, die letztlich zu chronischen Entzündungen und Autoimmunreaktionen führen kann.
6. Hohe Antikörperspiegel
Erhöhte Antikörperspiegel gegen Nahrungsmittel und Umweltgifte können zu einem Überlastungssyndrom führen. Eine ständige konfrontative Immunantwort kann das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen.
7. Chronische Inflammation
Chronische Entzündungen, die durch Lebensmittelunverträglichkeiten oder Umweltgifte verursacht werden, spielen eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen. Dauerhafte Entzündungsprozesse schädigen das Gewebe und führen zur Aktivierung der Autoimmunreaktionen.
8. Oxidativer und nitronativer Stress
Massiver oxidativer und nitronsativer Stress verstärken die Entzündungsreaktionen im Körper und können Autoimmunerkrankungen begünstigen. Der Schutz vor diesen Stressoren ist entscheidend, um das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten.
9. Mitochondriopathie
Mitochondrien sind die Kraftwerke unseres Körpers. Eine erworbene Mitochondriopathie kann die Energieproduktion in den Zellen beeinträchtigen und zu Zellstress führen, was wiederum negative Auswirkungen auf das Immunsystem hat. Die oft beschrieben Chronische Müdigkeit bei Autoimmunerkrankungen ist hierdurch nachvollziehbar.
10. Glutenverzehr
Bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung kann der Verzehr von Gluten zur Aktivierung von Autoimmunprozessen führen. Deim Verzehr von Sauerteigbrot mit langer Gärzeit bestehen in der Regel bei den meisten Menschen keine Probleme. Das Problem liegt hier mehr in unsrer modernen Zivilisation begründet, wo auch Sauerteigbrote mit künstlichen Backtriebmitteln schneller reif werden müssen. So kann sich das Gluten im Teig nicht mehr so entwickeln, dass uns keine Probleme macht.
Mögliche Behandlungsstrategien
Autoimmunkrankheiten sind aktuell nicht heilbar, man kann sie aber ruhig stellen, so dass eine Linderung der Beschwerden bis hin zu einem völligen Abklingen möglich ist.
Patient und Behandler brauchen Geduld, denn das Behandlungskonzept ist individuell und oft suchen wir nach der Nadel im Heuhaufen.
Idealerweise arbeiten hier Arzt und Heilpraktiker ergänzend miteinander, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Ich setze die Diagnostik mit modernen Labormethoden und ganzeitlicher naturheilkundlicher Hinweisdiagnostik fort und erarbeite einen individuellen Therapieplan, welcher aus mehreren Säulen besteht, wie z.B. individuelle Mikronährstoffe, individuelle Ernährung, Lebenstil, Behandlung der Entzündung und Behandlung des Oxidativen Stress'.
Schreiben Sie mir gerne eine Nachricht oder vereinbaren Sie unverbindliches telefonisches Vorgespräch oder einen Termin zur Erstbehandlung über Doctolib.
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